E-Mails, Instant Messaging, interne Micro-Blogs und Weblogs: die Digitalisierung hat uns unzählige Wege eröffnet, miteinander zu kommunizieren. Aber mehr Kommunikationskanäle und ein breitgefächerter Informationstransfer, führen nicht automatisch zu einer besseren Verständigung – das Bürodesign eventuell schon!

Kommunikation ist ein essentieller Teil der Produktivität. Allerdings konzentrieren sich die meisten Unternehmen hierbei auf den Ausbau ihrer technischen und digitalen Infrastruktur. Leider vernachlässigen sie dabei einen grundlegenden Aspekt – das persönliche Gespräch.

Trotz wachsender Vernetzung, ist der altgediente Dialog von Angesicht zu Angesicht, die wichtigste und effizienteste Art im Büro zu kommunizieren. Und bis wir gelernt haben, uns telepathisch auszutauschen wird es auch so bleiben. Es ist das universelle Mittel, um gegenseitiges Verstehen zu fördern, Teamgeist zu stiften, Mitarbeiter zu motivieren, Kreativität zu fördern und Probleme effizient zu lösen. Dafür brauchen wir eine Arbeitsumgebung in der wir miteinander reden können.

Zurück ins Büro

Es ist schon paradox, wenn viele Vorreiter der IT und mobilen Kommunikation ihre Mitarbeiter wieder ins Büro rufen. Schließlich sind es ihre Produkte, die uns das Arbeiten an jedem Ort so leicht wie noch nie machen. Doch ausgerechnet Yahoo, IBM, HP und Co. gehen einen großen Schritt zurück und besinnen sich auf die Stärken der Kreativitätsschmiede-Büro. Dahinter steckt die Erkenntnis, dass der persönliche Austausch ein wesentlicher Treiber für Kreativität, neue Ideen und Innovationen ist.

Studien belegen, dass Teams die an einem Ort zusammenarbeiteten, sich kreativer und wohler fühlten, als ihre Kollegen die nur virtuell kommunizierten. Gleichzeitig zeigen Untersuchungen, dass die Zufriedenheit mit dem Büro ein entscheidender Erfolgsfaktor ist. Mitarbeiter, die sich in ihrem Büro wohlfühlen sind motivierter und liefern eine bessere Leistung ab.

Den größten Einfluss haben dabei:

  • Zufriedenheit mit der Möblierung
  • Zufriedenheit mit der Akustik
  • Rückzugsmöglichkeiten für konzentriertes Arbeiten

Zu den wichtigsten Störfaktoren gehören:

  • Eine hohe Arbeitsplatzdichte
  • Störungen durch vorbeilaufende Personen
  • Ständige Beobachtung am Arbeitsplatz

 

Tipps für ein kommunikatives Büro

  1. Ein guter Mix

Ein ausgewogenes Verhältnis aus offenen und geschlossen Räumen ist wichtig, um die Arbeit im Team zu fördern und den Mitarbeitern, ihre Ruhe und Privatsphäre zu lassen. Sie sollten immer eine Wahl haben, wo sie am besten arbeiten können und wollen. Eine Mischung aus einzelnen Schreibtischen, großen Sitzflächen und ausgewiesenen Funktionsflächen ist das Fundament einer gesunden und produktiven Arbeitsumgebung.

Witan Studios Office 
Techspace, London
  1. Entspannungsräume

Hier können die Mitarbeiter abschalten, ausruhen und Kraft tanken. Sie brauchen einen Raum in dem sie sich zwanglos austauschen und inspirieren lassen können. Hier kann schon eine gut ausgestattete Küche als Entspannungs- und Kommunikationsoase dienen. Ein Spielzimmer stärkt den Gemeinschaftssinn und macht die Firma attraktiv in den Augen junger Talente und Bewerber. Solange es akustisch gut isoliert ist, wird auch niemand bei der Arbeit gestört.

Techspace, London
Techspace, London
  1. Praktisch und funktional

Im Silicon Valley werden der Kreativität bekanntlich fast keine Grenzen gesetzt, aber in Deutschland gibt man einem praktisch und funktional eingerichteten Arbeitsumfeld den Vorzug. Einfach und ordentlich sollte es sein. Und am besten ohne lästige Kabel über die man stolpert oder die bei der Arbeit stören. Auch junge Kollegen schätzen ein modernes oder gemütliches Ambiente, dass an Zuhause erinnert.

  1. Licht und Farbe

Das Büro sollte gut beleuchtet sein und zumindest einige Farbtupfer aufweisen. Das fördert die Konzentration, schafft eine gute Atmosphäre und kann auch der Kreativität auf die Sprünge helfen. Bereiche mit blauem Licht und Tageslicht samt passenden Farbakzenten wirken Stressmindernd und kommunikationsfördernd.

  1. Lärm

Kaum etwas ist so kontraproduktiv wie Lärm. Ohne schallisolierte Wandpanelle und ruhige Arbeitszonen, wird es schwierig sich zu konzentrieren. Außerdem steigt der Stresspegel. Hier gibt es viele schlichte und innovative Maßnahmen, die das Leben der Mitarbeiter erheblich verbessern. Weiche Möbel können z.B. mehr Schall absorbieren als harte Möbel. Hohe Rückenlehnen, transportable Wandpaneele und ein Teppichboden können schon als einfache, aber wirkungsvolle Lösungen fungieren, um den Lärm besser zu dämpfen.

The Wave Office
Armstrong Ceilings
  1. Passende Möbel

Zusätzliche Tische oder Lounge-Bereiche begünstigen ein teamübergreifendes Arbeiten. Hier können sich Mitarbeiter aus verschiedenen Abteilungen zwanglos und auf Augenhöhe austauschen, um neue Lösungen finden.

Vor allem modulare und konfigurierbare Sitz- und Arbeitsbereiche können als Ruhezonen oder Kreativitäts-Spots flexibel umgestaltet werden. So bilden sie wichtige Schnittstellen, die zusätzlich eine akustische und visuelle Abschirmung bieten.

Im Büro verbringen wir den größten Teil Tages damit, vor den Bildschirmen zu sitzen. Das ist weder gesund für den Rücken noch für die Augen. Immer mehr Büros bieten deshalb auch individuelle oder gemeinschaftliche Stehpulte an.

 

Der beste Weg, die passenden Lösungen zu finden beginnt – wie könnte es anders sein – mit einem Gespräch. Frage deine Kollegen wo es Probleme gibt. Hapert es am Grundriss? Gibt es Bereiche, die wichtige Gespräche zwischen den Abteilungen und Mitarbeitern, sowohl konzeptionell, visuell als auch akustisch stören? Ist der Geräuschpegel, in einem bestimmten Raum viel zu hoch? Deine Mitarbeiten werden dir die Schwachstellen aufzeigen und es dir auf menschlicher und produktiver Ebene danken. Eine Investition in dein Arbeitsumfeld wird sich immer lohnen.

 

Autor:

Oleg Farber

 

Bildquellen:

Armstrong Ceilings

Officesnapshots

 

Quellen:

http://www.mynewsdesk.com/de/iba-germany/pressreleases/bueros-in-zeiten-von-new-work-investitionen-in-wohlfuehlfaktoren-steigern-zufriedenheit-und-produktivitaet-2133235

https://www.inc.com/jeff-pochepan/is-your-office-design-stifling-or-streamlining-communication-between-employees.html

https://office21.de/blog/office-21-forschung/bedeutung-des-arbeitsortes-buero-in-einer-digitalen-arbeitswelt

 

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