In den frühen 90ern wäre das ein toller Titel für eine Science-Fiction-Serie. Der Plot: die Helden befinden sich auf einer Langzeitmission durch die Dimensionen des Büro’s. Hier finden sie u.a. verloren geglaubte Kollegen und nicht belegte Konferenzräume, mit Hilfe eines smarten und vernetzten Systems.

Ja, ich weiß – die Handlung klingt nicht gerade spektakulär. Ich bin auch jeden Tag im Büro. Und die Technik gibt es auch schon. Aber weißt du wirklich was es damit auf sich hat? Es gibt bereits einige Firmen auf dem Markt die ganzheitliche Systeme anbieten, die so einiges ermöglichen. Es gibt z.b. Beacons, die Smartphones via Bluetooth erfassen und als Knotenpunkte zum Datentransfer dienen, die die hauseigene App und Web-basierte Plattform verbinden. Mit der App lassen sich Arbeitsprozesse und Gebäudefunktionen direkt steuern, während das Programm Daten sammelt, verwaltet und analysiert.

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PWC – Sydney , Australia

 

Dein Büro wird digital

Das macht vieles einfacher und effizienter, allerdings wird das Büro dadurch zum gläsernen Datenkasten. Dein Arbeitgeber weiß genau, wann du kommst, wann du gehst und wie lange du dich irgendwo aufhältst. Selbst die Bürokantine bleibt dabei nicht verschont. Wenn er will, könnte dein Chef genau sehen, was du am liebsten isst und wie lange du dafür brauchst. Fühl dich also nicht gleich geschmeichelt, wenn er weiß, dass du am liebsten thailändische Küche magst. Wenigsten kannst du in der Kantine einfach schnell mit dem Smartphone zahlen.

Manche Unternehmen gehen sogar einen Schritt weiter. Die Angestellten tragen kleine Geräte (wie Uhren oder Armbänder) am Körper, die auch ihren Puls und Blutdruck aufzeichnen. Das soll sie dazu motivieren, sich mehr zu bewegen und Stress abzubauen. Aber sobald sich jemand aufregst, kriegen es die Vorgesetzen theoretisch gleich mit. Im Grunde kann fast alles was wir mit der Technik im Büro machen zurückverfolgt und analysiert werden. Im Gegenzug bietet das vernetzte System aber auch viele Vorteile.

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Pandora HQ

Lass dich im Büro leiten

Wie oft warst du mit deinem Team vor einem belegten Konferenzraum gestrandet, obwohl du ihn eine Woche vorher gebucht hast? Anstatt eure Zeit mit der Suche nach einem neuen Raum zu verschwenden, findet das System sofort eine passende Alternative und führt euch über eine Karte dahin. Sobald ihr drin seid, gehen automatisch die Lichter an und auf dem Bildschirm erscheint das Projekt oder die Präsentation, die es zu besprechen gilt.

Das Ganze funktioniert auch mit deinen Kollegen. Stell dir vor, du hast eine spontane Eingebung und suchst irgendeinen Programmierer, der dir kurz sagen kann, ob die Idee durchführbar ist. Oder du suchst einen bestimmten Mitarbeiter, der sich irgendwo im Haus aufhält. In beiden Fällen hilft dir das System, die richtigen Leute zu finden und lotst dich zu ihnen. Die Praktikanten werden es lieben.

Außerdem lassen sich damit die Türen im und zum Büro öffnen, ohne lange nach dem passenden Schlüssel oder neuen Türcode zu suchen. Mit einer einfachen Geste öffnen sich dir alle Türen und du kannst sogar, eine befristete und begrenzte Zugangsberechtigung für Kunden oder den Putzdienst anlegen.

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PWC – Sydney , Australia

Verantwortungsbewusster Umgang mit Daten

Mit diesem System stehst du gewissermaßen unter ständiger Beobachtung. Aber ein vernünftiger Arbeitgeber wird deine Daten immer anonymisieren, zumal das auch aus Datenschutzsicht gesetzlich vorgeschrieben ist. Anstatt dir aufzuzählen, wie oft und wie lange du in der Küche warst, wird er nur die allgemeinen Bewegungsmuster analysieren und vielleicht eher zu dem Schluss kommen, dass ihr einen eigenen Kaffeeautomaten auf eurer Etage braucht.

Fakt ist: dein Arbeitgeber ist auf dich und deine Mitarbeiter angewiesen. Überlege mal, wie viele sensible Daten er dir anvertraut. Und so lange er nicht darauf besteht, dass ihr alle eine Uniform tragt, ist es irgendwie eine coole Vorstellung, dass ein Büro praktisch zur Brücke der Enterprise werden kann.

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PWC – Sydney , Australia

Text: Oleg Faber

Bild: gefunden auf Officesnapshots.com

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